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Die Fraueninsel (Frauenchiemsee, Frauenwörth)

Frauenchiemsee, Fraueninsel oder Frauenwörth

Frauenwoerth

Die Fraueninsel im Chiemsee gilt bereits seit der Steinzeit als besiedelt.

 

Sie gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Breitbrunn am nördlichen Ufer des Chiemsees.

 

Auf die Fraueninsel gelangen Sie bequem mit einem Schiff der Chiemseeschifffahrt entweder von Prien oder von Gstadt am Chiemsee.

 

In Prien Stock stehen ihnen wie in Gstadt große Park- plätze in Seenähe zur Verfügung. Von hier gelangen sie in wenigen Minuten zu den Anlegestegen der Chiemsee Schiffe, die sie auf die Insel bringen.

Die Fraueninsel

Schon bei der Anreise mit dem Schiff begrüßt sie von weitem der Campanile, der einzeln stehende Münsterturm aus dem 11. Jahrhundert, das Wahrzeichen der Insel.

Mit seiner achteckigen Form, einem Durchmesser von 8,8 m, 2 m starken Mauern, und einer Höhe von 36 m gehört er nicht zum Urbestand des Klosters.

 

Nach den Überlieferungen wurde er als Wehr und Fluchtturm zur Zeit der Ungarn- stürme errichtet. Erst im 13./14. Jh. wurde er zum Glockenturm des Münsters ausgebaut. 1573 erhielt er seine charakteristische Zwiebelkuppe und strahlt heute als Wahrzeichen im Chiemsee.

Fraueninsel Klostertor Gasthof zur Linde

Die Fraueninsel ragt bis zu 8 m über dem Wasserspiegel des Sees heraus und ist etwa 12 ha groß. Mit über 50 Häusern und knapp 300 Einwohnern ist sie sehr dicht besiedelt.

Fraueninsel Sonnenuntergang

Etwa ein Drittel der Gesamtfläche bedeckt der Klosterbereich. Wenn sie vom Hauptsteg auf der Ostseite der Insel an Land gehen, betreten sie uraltes Siedlungsgebiet.

 

So wurde die Benediktinerinnen-Abtei Frauenwörth im Chiemsee den Überlieferungen nach bereits um das Jahr 772 von Bayernherzog Tassilo III. (746-788) gegründet.

Bischof Virgil von Salzburg weihte am 1. September 782 die Kirche. Um 850 stand die Selige Irmengard als erste namentlich bekannte Äbtissin der Abtei vor. Sie war eine Tochter König Ludwigs des Deutschen und Urenkelin Karls des Großen.

 

Diese Periode unter dem Herrschergeschlecht der Karolinger wurde in der ersten Hälfte des 10. Jh. durch die Ungarnstürme abrupt unterbrochen.

 

Genießen Sie den Spaziergang durch einen wirklich besonderen Ort, im unmittelbaren Kontakt mit den Gärten und kleinen aber schmucken Häusern der Insulaner, wie sich die Einheimischen selbst nennen.

 

Üppige und gepflegte Gärten, kleine Hafenmolen und Stege und zur Rast einladende Cafes und Wirtshäuser bieten Ihnen alles für Augen und Gaumen.

Frauenwoerth Torhalle

Was aber wäre die Fraueninsel ohne ihre schaurige Geschichte, die man sich in „besonders informierten“ Kreisen erzählt. So etwa erzählt man sich, dass an jeden ersten Vollmond im Oktober in der Torhalle ein „herzzerreißendes Schluchzen und Seufzen“ zu hören sei, das angeblich auf eine unglückliche Liebesgeschichte einer 17-jährigen Klosterschülerin vor 150 Jahren zurückgeht.

Angeblich soll es auf der Fraueninsel am Chiemsee spuken,

an jedem ersten Vollmond im Oktober in der Torhalle.

 

Hier geht es nicht um eine Geistererscheinung, sondern man hört nur ein herzzerreißendes, jämmerliches Schluchzen und Seufzen.

 

Es geht um ein 17-jähriges Mädchen mit dem Namen Katharina Dallhuber, welches vor 150 Jahren die Klosterschule auf der Fraueninsel besuchte. Sie kam aus einer wohlhabenden Familie, war blond - hübsch - schlank, ein sehr nettes Mädl eben. Sie war fleißig, klug und sehr religiös, ja sie wollte sogar allzeit im Kloster bleiben.

 

Die Benediktinerinnen vom Kloster Frauenwörth der Fraueninsel nutzten zur damaligen Zeit die Krautinsel um dort Gemüse anzupflanzen. Die Schülerinnen von Frauenwörth mussten dort von Frühjahr bis Herbst sämtliche Gartenarbeiten verrichten. (Ist auch heute zutage noch Teil der Ausbildung)

 

An einem Nachmittag im April vor 150 Jahren sollte Katharina auf der Krautinsel bleiben, weil sie ihre Arbeit nicht zu Ende gebracht hatte. Sie sollte dann nach getaner Arbeit mit einem Kahn zur Fraueninsel nachkommen. Wie üblich für den April, mal Sonne, mal Wolken wurde der Himmel plötzlich dunkel und es zog ein Gewitter auf. Die Klosterschülerin Katharina suchte schnell Unterschlupf im Gartenhaus, wo sonst auch die Gartengeräte aufbewahrt wurden und die Brotzeiten eingenommen wurden.

 

Aus dem Gewitter wurde ein Schneesturm, es wurde eisig kalt.

Doch plötzlich: Eine weitere Person suchte Unterschlupf und Schutz, es war der 27-jährige Chiemseefischer Josef Altinger, er war verheiratet hatte einen kleinen Sohn. Familie Altinger wohnte auch auf der Fraueninsel in einem kleinen schmucken Häuschen.

 

Katharina kannte ihn nicht, hatte Ihn auch nie zuvor gesehen, kein Wunder denn die Klosterschüllerinnen wurden wohl behütet und hatten kaum Kontakt zur Außenwelt.

 

Josef Altinger rannte schutzsuchend zum Gartenhaus, öffnete die Tür und dann...? Das lässt sich aus den nachfolgenden Zeilen nur vermuten! Katharina jedenfalls hat es niemals erzählt.

 

Josef Altinger jedenfalls, so sagt man, war groß und schlank, hatte schwarze gelockte Haare und braune Augen, ein netter Mann. Nun ja, Katharina verliebte sich in diesen Fischer Josef. Er war Ihre erste Liebe und er war ein berüchtigter Frauenheld, mit dem auch seine Frau ihre Not hatte. Das wusste Katharina natürlich nicht, woher auch?

 

Nachdem die verliebte Katharina wieder im Kloster war, fand sie dann weiterhin Möglichkeiten, über die hohen Klostermauern hinweg, Josef Altinger wieder zu sehen. Jeden Dienstag trafen sich die beiden in der Torhalle.

 

Für sie war es die einzigste Möglichkeit, er fand es natürlich amüsant und sehr praktich: eine naive, hübsche Geliebte, die er einmal in der Woche traf und die sonst streng isoliert war, da konnten eigentlich keine Schwierigkeiten auftreten.

 

Es kam, wie es kommen musste: Katharina wurde schwanger, eine absolute Katastrophe in der damaligen Zeit. Nach einigen Monaten konnte Katharina Ihren Zustand nicht mehr verbergen. Es gab peinliche Verhöre, die Frage nach dem Vater, jedoch deckte die verliebte Schülerin Ihren Josef. Sie dachte wohl, er heiratet sie, sie wusste ja noch immer nichts von seiner Familie.

 

Sie wurde von Ihrer Familie verstoßen.

Doch dann geschah für Katharina noch viel Schlimmeres: Dem Josef war die Angelegenheit wohl zu heiß geworden, er kam einfach nicht mehr dienstags zum Torbogen. Nach vier weiteren Dienstagen hatte Katharina vergeblich gewartet und endlich begriffen, was los ist.

 

Die verschmähte Katharina rächte sich, indem sie Josef Altinger verriet. So hatte sie auch erfahren, dass Josef Altinger verheiratet war und einen Sohn hatte. Da brach für Katharina nun alles zusammen.

 

Am nächsten Tag dann schrieb sie einen herzzerreißenden Brief an ihren Josef, hoffte und wartete nochmals einen Dienstag ab. Gegen Mitternacht, al Josef wieder nicht kam, stürzte sich dann vom Turm.

 

Da aus dem Brief nicht hervorging, dass Katharina Selbstmord begehen wollte, kam er jetzt in Schwierigkeiten. Man konnte Ihm aber nichts nachweisen, den er war in der betreffenden Nacht bei einer Bauerndirn in Prien.

 

Und so fand die Geschichte ihr Ende.

 

Seit dieser Zeit, so sagt man, hört man jeden ersten Vollmond im Oktober im Torbogen dieses jämmerliche Weinen und Schluchzen...

 

Ob diese Geschichte wahr ist, können wir nicht beweisen, aber man sagt, dass es ein Buch auf der Fraueninsel gibt, wo dies alles niedergeschrieben ist.

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